Tag 81

Happy Lockdown to you!

Ein Jahr ist der erste Lockdown genau her.

Kann nicht sagen, dass es irgendwelche bleibenden Schäden hinterlassen hat, oder was sagst du Tagebuch?

„…“

Ganz deiner Meinung, Tagebuch – aber wo bekommen wir jetzt ein paar Norweger her, vor allem in dieser Größe?

 

Tag 82

Okay, das war ja gestern eher lahm, der Eintrag. Ein Jahr Lockdown und dann so ein Lercherlschaaß.

Aaaber ich musste mir ja die Energie sparen für den heutigen Special-Day!

Ein Jahr Tagebuch der Isolation!

Um ehrlich zu sein hätte ich mir erstens am Anfang nicht gedacht, dass dieses Corona-Dings uns so lange beschäftigen wird – ihr sicher a ned – und zweitens ich so lange durchhalte, jeden Tag im Lockdown einen Eintrag zu machen.

Aber, bis hierhin hat’s ja ganz gut geklappt. Ich habe Pläne für die Zukunft – groooßartige Pläne! hahah

Na gut, eigentlich nicht – ich mach‘ weiter wie bisher und arbeite mich von Tag zu Tag, sind dann zwar nicht immer sinnvoll die Einträge bzw. verrede ich mich öfters, aber zumindest sind sie autistisch – äh – authentisch.

Was war das für ein Jahr! Voller „ups and downs“ – “loughers“ – „cryers“, ein Salzstreuer voll Zorn, ein Päckchen mit Missverständnissen – nicht dass wir das alle gebraucht hätten in der Zeit, aber wenn man einmal in der Pandemie anfangt sich eine seriöse Sammlung an Emotionen anzulegen, neigt man zur Übertreibung.

Und so wie es aussieht spuckt uns das Leben auch noch wahrscheinlich in die Suppe, wenn es um diesen Sommer geht.

Nichts ist wie es war und nicht wird wieder so sein. Tapfer – die Jugend von heute – und natürlich auch alle Anderen. Die Digitalisierung bekommt einen Boost und wird zur Lebensphilosophie einer ganzen Generation.

Was bleibt, ist der bittere Nachgeschmack der Spaltung, die die Menschheit durch diese Krise erleiden musste.

Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir es noch lernen werden, gemeinschaftlich an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Was „die da oben“ nicht können, können „wir da unten“ ihnen ja vorleben. Vielleicht warten wir schon viel zu lange darauf, dass sich von oben herab was ändert.

Wir müssen die Veränderung leben, die wir bei anderen sehen wollen.

In diesem Sinne: Bis Morgen ihr Lieben.

 

Tag 83

Was war das für ein Hundswetter heute in Wien? Sonne, a bisl kalt – dazwischen mal ein einminütiger Schneehagel…jaja…alles normal.

Apropos Hund. Finde es immer wieder faszinierend das Hunde, als einziges Lebewesen auf unserem Planeten vom Menschen erschaffen wurden.

Gab ja früher nur Wölfe, die im laufe der Geschichte domestiziert wurden. Die Starken für die Jagd abgerichtet und alles was über blieb und nicht als Wachhund oder dergleichen eingesetzt werden konnte, bekamen die Kinder als Schoßhunde zum Spielen.

Mittlerweile sind ja viele ehemalige Wölfe so überzüchtet, dass sie genetisch bereits schwere Geburtsfehler aufweisen, aber dennoch weil sie so lieb röcheln, gerne gekauft werden.

Die brauchen auch keinen Hundeführerschein – wobei, falls Corona eines Tages auf Hunde überspringt, mutiert und auf den Menschen übertragbar sein wird – sind des wahrscheinlich die Gefährlichsten von allen.

Apropos Hundeführerschein. Warum gibt’s eigentlich keinen Kinderführerschein? Geht man davon aus, dass jeder Mensch prinzipiell geeignet ist Kinder auf die Welt zu bringen? Nun gut, die sind ja für andere nicht so gefährlich wie Hunde und die Eltern schaden ja „nur“ ihrem eigenen Fleisch und Blut. Und solange man dass Verbergen kann, stört’s dann auch keinem.

 

Tag 84

Heute ist einer meiner Lieblingstage.

Nope, ich meine diesmal ausnahmsweise nicht den Freitag.

Heute ist der „Welt-Schlaf-Tag“! Den darf man bloß nicht verschlafen. Oder eingentlich…hmmm, sollte man doch?…egal…wie auch immer.

Um meinen Beitrag für diesen Tag des Schlafes zu leisten, verrate ich euch das absolute, unumstößliche Geheimnis wie man am besten schlaft!

Dieses Geheimnis wurde in meiner Familie von Generation zu Generation mündlich weitergereicht und nur sehr wenige außerhalb des inneren Kreises haben jemals davon erfahren.

Ihr müsst einen Eid schwören, dass ihr niemals nie niemanden sagt, dass ich es euch verraten habe, sonst wird mich ein gar fruchterlicher Familienfluch treffen, und ich muss mein Leben lang ohne Abendessen ins Bett.

Aufgepasst! Ich flüstere es nur einmal:

Am absolut bestest möglichen schläft man mit geschlossenen Augen!

Aber pscht.

 

Tag 85

Hi!

Ich bin nur gekommen, um euch zu sagen, dass ich morgen wiederkomme…hahaha

 

Tag 86

Es treffen heute am 21. März 2021 viele internationale Gedenktage aufeinander. Da ich nicht alle in einem Tagebucheintrag erfassen kann und möchte, habe ich mir die drei Kompatibelsten ausgesucht.

Den internationalen Tag des Puppenspiels, den Welttag gegen Rassismus und um das Ganze in einem schönen Rahmen zu bringen, den Welttag der Poesie. Den Frühlingsanfang lasse ich jetzt einmal außen vor, da es gestern geschneit hat und ich nicht an Dingen festhalte, die zwar traditionell sind, aber kaum noch was mit der Realität zu tun haben.

Also:

Ich bin kein Rassist, aber… – klingt trotz dem „aber“ ziemlich makaber,
kann es doch nur das Gegenteil von dem bedeuten was es ist – du Rassist.

Weder die Sprache noch die Kultur – auch nicht die Menschen jenseits der Grenzen,
sind verachtungswürdig oder gar böse – auch sie wollen in Frieden leben und glänzen
und niemandes freies Leben nehmen.

Wären da nicht Mächte im Spiel, die etwas dagegen haben, das wir uns bilden und gedeihen,
zu Menschen auf der Erde, die sich selbst von den Seilen der Puppenspieler befreien,
hin zu einer Masse, ohne Barrieren – ohne Rasse.

Mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen, dass uns zusammenschweißt und motiviert,
werden wir es irgendwann schaffen, dass „die da oben“ vor der Bruderschaft der Menschen kapitulieren.

Peace

viennafreak

-normal sind die anderen-

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